Trinkgeld in Italien: Was inklusive ist und was nicht
Italienische Restaurantrechnungen verwirren viele Erstbesucher wegen eines einzigen Postens: dem "coperto". Wer das einmal versteht, hat den größten Teil der Verwirrung rund ums Trinkgeld hier schon aus dem Weg geräumt.
Restaurants
Prüfen Sie Ihre Rechnung auf die Posten "coperto" oder "servizio", bevor Sie entscheiden, ob Sie noch etwas draufgeben. Der coperto ist eine Gebühr pro Person, die nichts mit der Servicequalität zu tun hat — sie wird berechnet, selbst wenn der Kellner Sie kein einziges Mal anlächelt. Manche Restaurants, besonders in stark touristischen Gegenden, berechnen zusätzlich einen "servizio" (Bedienungszuschlag) von rund 10%, der funktional ein Trinkgeld ersetzt. Steht keines von beidem auf der Rechnung, wird es geschätzt, wenn Sie aufrunden oder für wirklich guten Service etwa 5-10% dazugeben, besonders in Trattorien mit Tischservice statt an schnellen Theken.
Cafés und Bars
Italiener trinken ihren Espresso überwiegend stehend an der Theke ("al banco"), wo Trinkgeld so gut wie nie vorkommt — oft sieht man ein kleines Glas für Kleingeld, mehr nicht. Setzen Sie sich an einen Tisch ("al tavolo"), zahlen Sie in der Regel einen höheren Preis, gerade wegen des Tischservice, und darüber hinaus wird kein zusätzliches Trinkgeld erwartet.
Taxis
Nicht üblich. Italiener zahlen den Preis vom Taxameter, und damit ist die Sache erledigt; auf den nächsten Euro aufzurunden ist in Ordnung, aber nicht erforderlich.
Hotels
Ein oder zwei Euro für Gepäckträger, die beim Koffertragen helfen, sowie ein ähnlich kleiner Betrag fürs Zimmerpersonal am Ende eines mehrtägigen Aufenthalts sind in Hotels der mittleren und gehobenen Kategorie eine angemessene und geschätzte Geste. In günstigen Unterkünften wird es nicht erwartet.
Guides
Für einen privaten Guide oder eine Führung zu Fuß sind 5-10% der Tourkosten (oder pauschal 5-10 € bei einer halbtägigen Gruppentour) ein faires, geschätztes Trinkgeld für einen Guide, der sich besonders für ein gutes Erlebnis eingesetzt hat.
Fazit
Italien gehört in die Kategorie "erst die Rechnung prüfen": Sobald Sie wissen, ob coperto und servizio bereits enthalten sind, geht es beim Rest nur noch darum, wie gut das Erlebnis war — nicht um eine Pflicht, der Sie versuchen zu entkommen.
Sehenswerte Orte
Abseits der Trattorien ist Italien vollgepackt mit Sehenswürdigkeiten, die aus gutem Grund berühmt sind.
Das Kolosseum
Um 80 n. Chr. unter Kaiser Titus fertiggestellt, fasste dieses Amphitheater einst zwischen 50.000 und 80.000 Zuschauer für Gladiatorenkämpfe und inszenierte Tierhatzen. Unter dem größtenteils verschwundenen Arenaboden sind noch immer die Tunnel und Käfige zu sehen, in denen Kämpfer und Tiere warteten, bevor sie durch Falltüren nach oben gehoben wurden.
Cinque Terre
Fünf Fischerdörfer entlang der ligurischen Küste — Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore —, verbunden durch Wanderwege an den Klippen und eine lokale Bahnlinie. Corniglia fällt aus der Reihe, weil es oben auf einem Hügel liegt und keinen direkten Zugang zum Wasser hat, was es etwas ruhiger hält als die anderen.
Pompeji
Als der Vesuv im Jahr 79 n. Chr. ausbrach und die Stadt unter vulkanischer Asche begrub, blieb sie quasi eingefroren zurück, bis hin zu Brot, das noch in den Öfen lag, und Graffiti an den Wänden. Die Gipsabgüsse der Opfer, hergestellt indem Gips in die Hohlräume gegossen wurde, die ihre Körper in der erstarrten Asche hinterließen, sind das, woran sich die meisten erinnern.
Uffizien
Florenz' wichtigstes Kunstmuseum wurde ursprünglich als Bürogebäude für die Verwaltung der Familie Medici errichtet, daher auch der Name. Es beherbergt Botticellis Geburt der Venus und eine der umfangreichsten Sammlungen an Renaissance-Malerei überhaupt, und der Andrang ist so groß, dass eine vorab gebuchte Zeitfenster-Eintrittskarte im Sommer fast schon Pflicht ist.
Reiseplanung
April bis Juni sowie September bis Oktober sind die ideale Zeit — warm genug zum Genießen, ohne den Andrang und die Hitze des August, die selbst viele Italiener an die Küste treibt. Viele kleinere Trattorien und Cafés bevorzugen nach wie vor Bargeld, oder zumindest macht Bargeld das Trinkgeldgeben einfacher, da Trinkgeld per Karte nicht immer unkompliziert hinzuzufügen ist. Ein Stolperstein für Erstbesucher: In kleineren Orten schließen viele Geschäfte und sogar manche Restaurants am frühen Nachmittag für ein paar Stunden, ein Überbleibsel der riposo — planen Sie also außerhalb eines Stadtzentrums kein Mittagessen um 14 Uhr ein und erwarten Sie dort keine großen Optionen. Buchen Sie Tickets für die Vatikanischen Museen, die Uffizien und das Kolosseum vorab online — Schlangen ohne Reservierung können in der Hochsaison einen halben Tag kosten. Die Bahn ist eine wirklich gute Möglichkeit, zwischen den Städten zu reisen, und der Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa zwischen Rom, Florenz und Mailand ist die zusätzlichen Euro gegenüber Regionalzügen wert.
FAQ
Muss ich in Italien Trinkgeld geben?
Ein coperto (Tischgedeck, meist 1-3 € pro Person) ist verbreitet und kein Trinkgeld — es ist eine Gebühr fürs Platznehmen bzw. für Brot. Zusätzlich sind 5-10% für ausgezeichneten Service eine nette Geste, aber keine Pflicht.
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