Trinkgeld in Österreich: Was Sie sagen und wie viel Sie dazugeben
Ähnlicher Brauch wie in Deutschland.
Restaurants
Trinkgeld in Österreich folgt derselben Logik wie im Nachbarland Deutschland: Man lässt kein Geld auf dem Tisch liegen und geht einfach hinaus, sondern sagt der Bedienung, welche Summe man zahlen möchte. Beläuft sich die Rechnung auf 27,40 €, gibt man 30 € und sagt „dreißig, bitte" (oder „passt so", wenn man den Rest einfach da lassen möchte), statt Münzen auf dem Tischtuch zu verstreuen. Bedienter Restaurantservice bringt in der Regel 5-10% extra ein, während ein schnelles Aufrunden für etwas Einfacheres wie ein Schnitzel mit Bier reicht. Kellner in Österreich erhalten einen echten Lohn, Trinkgeld ist hier also eine Anerkennung für guten Service und kein Ausgleich für ein löchriges Gehaltssystem – deshalb macht sich auch niemand Stress wegen eines exakten Prozentsatzes.
Cafés und Bars
Die Wiener Kaffeehauskultur lebt fast genauso sehr vom Ritual wie vom Koffein, und die Trinkgeldgewohnheit passt sich nahtlos ein: Man rundet auf den nächsten Euro oder zwei auf, sagt die Summe genauso wie im Restaurant laut an, und das war's. Niemand erwartet Trinkgeld für einen schnellen Espresso an der Theke, aber wer sich eine Stunde lang mit einem Melange und einer Zeitung niedergelassen und Tischservice genossen hat, rundet auf – ein kleines Dankeschön, das Wiener Stammgäste ganz automatisch geben, ohne groß darüber nachzudenken.
Taxis
Man rundet den Fahrpreis auf den nächsten praktischen Eurobetrag auf, ganz nach demselben Instinkt wie im Café. Aus einer Fahrt für 13,20 € werden 14 € oder 15 €, wenn der Fahrer mit dem Gepäck geholfen oder Sie eilig durch den Wiener Verkehr gebracht hat. Niemand rechnet sich dabei einen Prozentsatz im Kopf aus, es ist einfach ein Aufrunden zugunsten des Fahrers als kleine Höflichkeit.
Hotels
Trinkgeld in Hotels bleibt in Österreich bescheiden und vorhersehbar: €1-2 pro Nacht für die Zimmerreinigung und €1-2 pro Gepäckstück für den Pagen, der Ihre Koffer aufs Zimmer trägt. Niemand ist auf dieses Geld angewiesen, um die Miete zu zahlen, es wirkt also eher wie Anerkennung als Pflicht – und wer es in einer einfachen Pension, wo niemand etwas für Sie getragen hat, weglässt, würde damit nicht auffallen.
Reiseleiter
Ein bescheidenes Dankeschön reicht völlig aus, sei es in Form weniger Euro, die man dem Guide nach einer Führung durch Wiens ersten Bezirk in die Hand drückt, oder etwas mehr für einen Tagesausflug nach Salzburg. Eine feste Formel gibt es hier nicht, es ist eine Geste der Anerkennung dafür, dass jemand seine Zeit und sein lokales Wissen geteilt hat – bemessen an der Qualität der Führung selbst, nicht an einem Prozentsatz des gebuchten Preises.
Fazit
Österreichs Trinkgeldkultur verlangt ein wenig Großzügigkeit und ein wenig verbale Direktheit, keine Excel-Tabelle: fast überall aufrunden, bei echtem Restaurantservice etwas mehr dazugeben, die Summe laut ansagen und sich wegen der genauen Rechnung keine grauen Haare wachsen lassen.
Sehenswerte Orte
Wenn die Trinkgeld-Etikette sitzt, stellt sich die nächste Frage: Wohin mit der Reise?
Wiens Ringstraße und Schloss Schönbrunn
Das 1.441-Zimmer-Sommerschloss der Habsburger mit seinen prächtigen Gärten liegt am Stadtrand, während der prunkvolle Boulevard rund um die Altstadt die Staatsoper, Museen und imperiale Architektur miteinander verbindet, die einst rivalisierende Großmächte beeindrucken sollte.
Salzburgs Altstadt
Mozarts Geburtshaus und die Festung Hohensalzburg thronen über einer barocken Altstadt, die sich an die Salzach schmiegt – klein genug, um sie an einem Nachmittag zu Fuß zu erkunden, aber so dicht mit Architektur bebaut, dass die ganze Stadt UNESCO-Welterbe wurde.
Hallstatt
In diesem Dorf am See im Salzkammergut wird seit der Bronzezeit Salz abgebaut, und das Postkartenmotiv der pastellfarbenen Häuser, die sich am Berghang über dem Hallstättersee stapeln, ist so berühmt, dass es sogar eine originalgetreue Nachbildung in China inspirierte.
Innsbruck und die Nordkette
Eine Seilbahn startet nahe der Innenstadt und bringt Sie in weniger als einer halben Stunde in die Alpen – so können Sie schon zur Mittagszeit von einer Skipiste aus auf die Altstadt mit dem Goldenen Dachl blicken.
Reiseplanung
Österreich läuft mehr auf Bargeld als man es von einem wohlhabenden westeuropäischen Land erwarten würde, besonders außerhalb von Wien und Salzburg – nehmen Sie also Euro für kleinere Cafés, Märkte und ländliche Pensionen mit, die keine Karten akzeptieren. Der Winter (Dezember bis Februar) bringt Christkindlmärkte und Skifahren in den Alpen, während Mai und September sowohl dem Sommertrubel als auch der größten Hitze in Städten ausweichen, die nicht für Klimaanlagen gebaut wurden. Sonntage sind hier hart: Fast alles außer Restaurants und Apotheken hat geschlossen, planen Sie Einkäufe und Erledigungen also entsprechend. Wer mit dem Auto in die Alpen oder durch Wiens Umweltzonen fährt, sollte vorab die Vignetten- und Plakettenpflicht prüfen, denn Österreich verhängt Strafen für Autos ohne die richtigen Berechtigungen.
FAQ
Muss ich in Österreich Trinkgeld geben?
Nein, Trinkgeld ist in Österreich nicht verpflichtend, aber das Aufrunden in Cafés und Taxis sowie 5-10% zusätzlich für guten Restaurantservice gilt als übliche Höflichkeit – ausgedrückt, indem man der Bedienung die Endsumme laut ansagt, statt Bargeld auf dem Tisch liegen zu lassen.
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