Trinkgeld in Tschechien: Wann 10% genug sind
10% sind die übliche Norm.
Restaurants
Zehn Prozent sind die Zahl, auf die sich sowohl Einheimische als auch Reiseführer einigen, und sie hat sich besonders in Prags Altstadt und der Burgstadt fest etabliert, wo Kellner genug mit ausländischen Gästen zu tun haben, um es als selbstverständlich zu erwarten. Außerhalb der Hauptstadt, in kleineren Städten und Stadtteilrestaurants, ist es zwar weiterhin willkommen, trägt aber weniger Erwartungsdruck – eher eine „nette Geste" als eine ungeschriebene Regel. So oder so geben Sie der Bedienung entweder direkt Bargeld oder nennen ihr die Gesamtsumme inklusive Trinkgeld, wenn sie Ihre Karte abrechnet, da Kartenterminals hier meist keine eingebaute Trinkgeldabfrage wie in den USA haben.
Cafés und Bars
Aufrunden ist hier praktisch das gesamte System. Kostet der Kaffee 65 Kronen, lässt man 70 da. Eine Runde Bier in der Kneipe für 180 wird zu 200. Auf dieser Ebene rechnet niemand mit Prozenten, und der Versuch, exakt 10% auf einen Drei-Dollar-Espresso auszurechnen, würde den Barkeeper nur verwirren.
Taxis
Dieselbe Logik wie im Café: Man rundet den Fahrpreis auf eine runde Zahl auf, statt im Kopf einen Prozentsatz auszurechnen. Wer ein Taxi per App gerufen hat, kennt den Fahrpreis bereits fix und transparent, sodass Aufrunden eher ein kleines Dankeschön als ein Ausgleich für einen fairen Preis ist. Auf der Straße gewinkte Taxis haben in Prag einen zweifelhaften Ruf, Touristen überzuvorteilen – ein fair aussehender Taxameterstand ist da ehrlich gesagt schon der größere Gewinn.
Hotels
Zimmerreinigung und Gepäckträger folgen beide derselben Kleingeld-Logik: etwas Bargeld auf dem Kopfkissen oder pro Gepäckstück übergeben, statt eines berechneten Prozentsatzes des Zimmerpreises. Es muss nicht viel sein, eine 20- oder 50-Kronen-Note reicht völlig und wird wirklich geschätzt, da dieses Personal Trinkgeld kaum von tschechischen Gästen bekommt, sondern fast nur von ausländischen.
Reiseleiter
Guides fallen in die Kategorie „geschätzt, nicht erwartet", was in der Praxis bedeutet, dass die meisten Besucher bei einer Führung oder einem privaten Tagesausflug etwas dalassen, besonders wenn der Guide erkennbar mehr geboten hat als das Übliche. Ein fester Prozentsatz ist hier nicht vorgesehen, verlassen Sie sich also auf Ihr eigenes Urteil, wie gut die Führung tatsächlich war.
Fazit
Tschechien funktioniert nach einem Zwei-Geschwindigkeiten-System: echtes prozentuales Trinkgeld in Restaurants, besonders in Prag, und einfaches Aufrunden überall sonst. Wer diese zwei Gewohnheiten verinnerlicht, wirkt beim Griff zum Portemonnaie nie unsicher.
Sehenswerte Orte
Eine Handvoll tschechischer Reiseziele hat sich ihren Ruf auf die harte Tour verdient – durch Jahrhunderte, in denen sie Kriege, Reiche und Touristen überstanden haben.
Prags Altstädter Ring und Karlsbrücke
Die astronomische Uhr am Altstädter Rathaus zeigt seit 1410 die Zeit an (und liefert stündlich eine kleine mechanische Show), und der Spaziergang über die Karlsbrücke bei Sonnenaufgang, bevor die Reisegruppen eintreffen, ist ein wirklich anderes Erlebnis als am Mittag.
Český Krumlov
Diese kleine südböhmische Stadt schmiegt sich um eine enge Flussschleife der Moldau, unterhalb eines Schlosskomplexes, der nur von dem in Prag an Größe übertroffen wird, und ihr mittelalterlicher Straßenplan hat sich in 500 Jahren kaum verändert.
Kutná Hora
Eine Stunde mit dem Zug von Prag entfernt liegt das Beinhaus von Sedlec, eine kleine Kapelle, die mit den Knochen von rund 40.000 Menschen geschmückt ist – darunter ein Kronleuchter, der Berichten zufolge jeden Knochen des menschlichen Körpers mindestens einmal verwendet.
Karlsbad
Die Kolonnaden dieser Kurstadt wurden eigens dafür gebaut, Mineralwasser aus heißen Quellen zu trinken – eine Tradition, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht und in den Wandelhallen bis heute quicklebendig ist.
Reiseplanung
Reisen Sie wenn möglich im Mai oder September, wenn das Wetter mild ist und sich die Menschenmengen in Prag im Vergleich zum Hochsommer im Juli und August spürbar lichten. Die Krone ist hier weiterhin König, obwohl das Land Mitglied der EU ist – nehmen Sie also Bargeld für kleinere Orte und Marktstände mit, auch wenn Karten in den meisten Prager Restaurants und Geschäften problemlos funktionieren. Ein Tipp im Voraus: In stark touristischen Teilen Prags haben manche Restaurants schon Rechnungen mit unaufgefordert berechneten „Extras" wie Brot oder einer Kuvertgebühr aufgebläht, ein Blick ins Kleingedruckte der Speisekarte lohnt sich also vor der Bestellung.
FAQ
Muss ich in Tschechien Trinkgeld geben?
Gesetzlich vorgeschrieben ist es nicht, aber 10% in Restaurants, besonders in Prag, sind so üblich, dass man beim Weglassen einen fragenden Blick erntet. Bei Cafés, Bars und Taxis ist das Aufrunden auf den nächsten praktischen Betrag die Norm.
Trinkgeldrechner ausprobieren für Tschechien →