Trinkgeld in Griechenland: Geschätzt, aber nie verpflichtend

Entspannte, mediterrane Trinkgeld-Normen.

Kurzantwort: In Griechenland ist Trinkgeld nie verpflichtend. Etwas extra für guten Service in einer Taverne wird geschätzt, ist aber alles andere als erwartet, und Aufrunden reicht für Cafés, Bars und Taxis völlig aus. Hotelpersonal und Guides bekommen ein kleines, informelles Dankeschön statt eines berechneten Prozentsatzes.

Restaurants

Die griechische Tavernenkultur lebt von einer Gastfreundschaft, die schon großzügig ist, bevor überhaupt Geld ins Spiel kommt, man denke an das kostenlose Dessert oder den Schluck Raki, der am Ende einer Mahlzeit unaufgefordert auf dem Tisch steht, sodass Trinkgeld eher als Anerkennung obendrauf kommt statt als erwartete Transaktion. Aufrunden reicht für ein einfaches Mittagessen, und etwas mehr zu geben, vielleicht ein paar Euro bei einer größeren Rechnung, passt gut zu einem längeren Abendessen mit wirklich aufmerksamem Service. Hier rechnet niemand am Tisch Prozente aus, und eine griechische Familie, die schnell einen Souvlaki-Stopp einlegt, würde es sich nicht zweimal überlegen, gar nichts dazulassen.

Cafés und Bars

Aufrunden, genau wie überall sonst im entspannten Umgang des Landes mit Kleingeld. Die griechische Café-Kultur läuft bewusst gemächlich, man soll einen Frappé eine Stunde lang genießen und dabei die Straße beobachten, und die Aufrundungs-Gewohnheit spiegelt genau diese entspannte, druckfreie Stimmung wider, statt eine echte Erwartung der Person hinter der Theke.

Taxis

Den Fahrpreis auf den nächsten praktischen Euro aufrunden. Taxifahrer in Athen und auf den Inseln erwarten kein Trinkgeld obendrauf zum abgelesenen Betrag, auch wenn Aufrunden, nachdem dich ein Fahrer sicher durch den Athener Verkehr gebracht oder rechtzeitig zum Fährhafen gefahren hat, eine normale, einfache Höflichkeit ist.

Hotels

Ein oder zwei Euro pro Nacht für das Zimmerpersonal und derselbe Betrag pro Gepäckstück für den Gepäckträger ist üblich, egal ob in einem großen Hotel in Athen oder einer kleinen, familiengeführten Unterkunft auf einer der Inseln. Es ist eine bescheidene Geste statt eines ernsthaften Postens im Reisebudget, und es gilt nicht als merkwürdig, in einer kleinen Pension, in der die Besitzerin selbst dein Bett gemacht hat, darauf zu verzichten.

Tourguides

Ein bescheidenes Dankeschön genügt, egal ob für einen Guide, der dich mit wirklich fundiertem historischem Hintergrundwissen durch die Akropolis führt, oder für jemanden, der eine Bootstour rund um Santorins Caldera leitet. Es gibt keine feste Formel, der Betrag richtet sich einfach danach, wie sehr der Guide deinen Tag tatsächlich bereichert hat, und griechische Guides schätzen echtes Interesse an ihren Geschichten meist genauso wie das Trinkgeld selbst.

Fazit

Griechenland behandelt Trinkgeld im selben entspannten Ton wie alles andere rund ums Essen und Trinken hier: geschätzt, wenn der Service es verdient, nie eingefordert, und nie einen Gedanken wert, solange du einen Meerblick und einen Teller gegrillten Oktopus vor dir hast.

Sehenswerte Orte

Sobald die Geldfragen geklärt sind, kommt hier, was Menschen tatsächlich immer wieder nach Griechenland zieht.

Die Akropolis, Athen

Der Parthenon steht seit 447 v. Chr. auf diesem Hügel, und früh am Morgen dort zu sein, bevor die Reisebusse ankommen, ist die einzige wirkliche Möglichkeit, ihn ohne eine Wand aus Selfie-Sticks zwischen dir und 2.500 Jahren Geschichte zu erleben.

Oia, Santorin

Weiße, kubische Häuser und blaue Kuppeln klammern sich an den Rand einer vulkanischen Caldera, die durch einen Ausbruch um 1600 v. Chr. entstand, und der Sonnenuntergang hier zieht Menschenmengen an, gerade weil das Licht das Wasser auf eine Weise trifft, die nur wenige Orte schaffen.

Meteora

Sechs griechisch-orthodoxe Klöster, einige aus dem 14. Jahrhundert, thronen auf Sandsteinfelsen nahe der Stadt Kalambaka, ursprünglich genau deshalb dort oben errichtet, weil sie kaum zu erreichen waren.

Samaria-Schlucht, Kreta

Eine 16 Kilometer lange Wanderung durch eine der längsten Schluchten Europas, deren Wände sich an den passend benannten Eisernen Toren auf nur wenige Meter verengen, endet im Küstendorf Agia Roumeli, von wo aus nur ein Boot herausführt.

Reiseplanung

Jede griechische Insel folgt ihrem eigenen Fährplan, wer also von Insel zu Insel reist, sollte in der Hochsaison (Juli-August) Fähren ein paar Tage im Voraus buchen, da beliebte Routen ausverkauft sind und ohne Vorwarnung gestrichen werden, wenn die Meltemi-Winde auffrischen. Die Nebensaison, Mai-Juni oder September, bietet denselben Sonnenschein bei weniger Andrang und deutlich günstigeren Hotelpreisen. Karten werden inzwischen auch auf kleineren Inseln weitgehend akzeptiert, aber kleine Tavernen und lokale Busse wollen manchmal noch Bargeld, also solltest du etwas Bargeld dabeihaben. Sonntagsschließungen und die nachmittägliche Siesta-Zeit (etwa 14-17 Uhr) legen in vielen Orten tatsächlich kleine Geschäfte lahm, plane Besorgungen und Museumsbesuche also lieber danach als nach deinem eigenen Zeitplan.

FAQ

Muss ich in Griechenland Trinkgeld geben?

Nein, Trinkgeld wird in Griechenland geschätzt, aber nicht verlangt; in Cafés und Taxis aufzurunden und in Restaurants für guten Service etwas extra zu geben, ist üblich, aber niemand erwartet einen festen Prozentsatz.

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