Trinkgeld in Südkorea: Einfach lassen
Ähnlich wie in Japan — Trinkgeld ist nicht Teil der Kultur.
Restaurants
Die koreanische Esskultur behandelt Service als etwas, das man einmal, im Voraus, im Menüpreis bezahlt — nicht als etwas, das man hinterher noch draufsattelt. Servicekräfte arbeiten nicht für Trinkgeld, sie sind festangestellt, und extra Geld über die Rechnung in einem Galbi-Lokal oder einem ruhigen Hanjeongsik-Restaurant hinauszulegen, sorgt eher für verwirrte Blicke als für Dankbarkeit. Manche Angestellte laufen dir sogar hinterher, um zurückgelassenes Geld zurückzugeben, was schon alles darüber sagt, wie fest diese Norm verankert ist. Willst du guten Service würdigen, bewirkt ein herzliches Dankeschön auf Koreanisch mehr als Bargeld je könnte.
Cafés und Bars
Dasselbe Bild in Coffeeshops und Bars: keine Trinkgeldgläser, keine Zeile für Trinkgeld auf der Quittung, überhaupt keine Erwartung. Baristas in Seouls café-dichten Vierteln zucken nicht mit der Wimper, wenn du einfach deinen Americano nimmst und gehst. Ein Trinkgeld an der Bar zu versuchen, kann die Transaktion regelrecht ins Stocken bringen, während das Personal herauszufinden versucht, was du mit dem extra Bargeld vorhast.
Taxis
Rund den Fahrpreis auf den nächsten praktischen Schein auf, wenn du möchtest, aber niemand erwartet es und Fahrer werden es nicht andeuten. Koreanische Taxameter sind präzise und die Preise im Vergleich zu vielen westlichen Städten niedrig, daher passt der Instinkt, wie zu Hause 15-20 % Trinkgeld zu geben, hier einfach nicht zum System. Zahl den Taxameterbetrag, verzichte vielleicht darauf, auf ein paar kleine Münzen Wechselgeld zu warten, und das war's.
Hotels
Housekeeping und Gepäckträger in koreanischen Hotels, vom Budget-Gästehaus bis zur Fünf-Sterne-Immobilie in Gangnam, arbeiten nicht nach einem Trinkgeldmodell, daher musst du weder Won auf dem Kopfkissen liegen lassen noch demjenigen, der deine Taschen trägt, Bargeld in die Hand drücken. Das gilt sogar in internationalen Luxushotelketten, die dich in anderen Ländern zum Trinkgeld animieren würden — koreanisches Personal ist festangestellt und darauf trainiert, keine Trinkgelder zu erwarten. Heb dir das Bargeld für etwas anderes auf, wie Streetfood.
Reiseleiter
Selbst bei Standard-Gruppentouren, ob Tagesausflug zur DMZ oder Tempeltour außerhalb Seouls, ist Trinkgeld nicht Teil der Vereinbarung. Guides werden über den Tourveranstalter bezahlt, und auch wenn niemand ein wirklich herzliches Dankeschön-Geschenk ablehnen würde, sind Bargeldtrinkgelder nicht die Norm, wie sie es etwa in Südostasien oder Amerika sein könnten. Hat ein Guide sich wirklich über die Erwartungen hinaus eingesetzt, bewirken ein kleines Geschenk oder eine begeisterte Bewertung mehr Gutes als ein Umschlag mit Bargeld.
Das Fazit
Südkorea ist, Punkt, ein Land ohne Trinkgeldkultur, und der schnellste Weg, als verwirrter Tourist aufzufallen, ist der Versuch, das zu ändern. Die Preise beinhalten Service überall schon, von Restaurants über Hotels bis zu Taxis, also zahl einfach, was verlangt wird, sei höflich und lass ein aufrichtiges Dankeschön die Rolle übernehmen, die Trinkgeld anderswo spielt.
Sehenswerte Orte
Ein paar Orte in Südkorea sind es wert, eine Reise um sie herum zu planen.
Gyeongbokgung-Palast, Seoul
Der größte der fünf großen Paläste Seouls, wiederaufgebaut nach der Zerstörung in der japanischen Kolonialzeit, mit einer Wachablösungszeremonie davor, die es wirklich wert ist, den Besuch danach zu timen.
Bukchon-Hanok-Dorf
Ein Hangviertel jahrhundertealter Hanok-Häuser, eingeklemmt zwischen Gyeongbokgung und Changdeokgung, noch immer von echten Bewohnern bewohnt — am schönsten also morgens und in ruhigen Seitengassen.
Insel Jeju
Eine vulkanische Insel vor der Südküste, aufgebaut um den Hallasan, Südkoreas höchsten Gipfel, mit Lavatunnelhöhlen und schwarzen Sandstränden, die sich anfühlen wie nirgendwo sonst im Land.
Gamcheon-Kulturdorf, Busan
Ein ehemaliges Hangslum, das nach einem Kunstprojekt 2009 in eine Kaskade pastellfarbener Häuser und schmaler Treppen verwandelt wurde — heute ein echtes Wohnviertel mit einem wirklich beeindruckenden Blick über den Hafen von Busan.
Reiseplanung
Der Herbst, besonders Oktober und Anfang November, ist die beste Reisezeit — die Sommerschwüle lässt nach, und die Berge rund um Seoul und Jeju färben sich tiefrot und orange. Bargeld spielt für ein so technikaffines Land noch überraschend viel mehr eine Rolle, als man erwarten würde: Manche kleineren Restaurants und traditionellen Märkte, besonders außerhalb Seouls, nehmen keine ausländischen Karten, also etwas Won dabeihaben. Besorg dir gleich nach der Landung eine T-Money-Transitkarte — sie funktioniert landesweit in U-Bahnen, Bussen und sogar manchen Taxis und erspart dir eine Menge Aufwand. Etwas, womit Erstbesucher nicht rechnen: Viele Restaurants sind auf ein einziges Gericht spezialisiert, erwarte also nicht überall eine vielfältige Speisekarte.
FAQ
Muss ich in Südkorea Trinkgeld geben?
Nein — Trinkgeld ist nicht Teil der koreanischen Kultur und kann das Personal sogar verwirren oder in Verlegenheit bringen, da der Service bereits im Preis enthalten ist, den du zahlst.
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