Trinkgeld in Marokko: Wenig Bargeld bewirkt oft viel
Kleine, häufige Trinkgelder gehören fest zur alltäglichen Servicekultur.
Restaurants
In marokkanischen Restaurants und Cafés Trinkgeld zu geben ist üblich und nicht nur theoretisch freiwillig, meist handelt es sich um einen bescheidenen Betrag obendrauf statt einer strengen Prozentrechnung – eher die Rechnung aufrunden oder eine Handvoll Münzen dalassen, als 15 oder 20 Prozent im Kopf auszurechnen. In stark touristisch geprägten Orten wie der Medina von Marrakesch ist das Personal an ausländische Besucher gewöhnt und drängt nicht darauf, aber Einheimische tun es ganz selbstverständlich, und es sich zum Vorbild zu nehmen ist die höfliche Wahl.
Cafés und Bars
Marokkos Cafékultur, besonders die Orte für Minztee, an denen Männer sich versammeln und die Welt an sich vorbeiziehen lassen, funktioniert über zurückgelassenes Kleingeld statt echter Rechnerei – die Münzen, die Sie als Wechselgeld zurückbekommen, einfach liegen zu lassen ist die übliche und wirklich geschätzte Geste, ohne eine formelle Erwartung zu sein.
Taxis
Die Petits Taxis in Städten wie Marrakesch, Fès und Casablanca fahren technisch gesehen mit Taxameter, auch wenn das Aushandeln des Preises im Voraus ebenfalls gängige Praxis ist, und den Endbetrag aufzurunden deckt das Thema Trinkgeld vollständig ab. Niemand erwartet hier eine Prozentrechnung – geben Sie einfach nach Möglichkeit nicht den passenden Betrag.
Hotels
Riads und Hotels in Marokko funktionieren über kleine Bargeldtrinkgelder für Zimmerreinigung und Gepäckträger, üblicherweise ein paar Dirham pro Nacht beziehungsweise pro Gepäckstück, und ein kleiner Vorrat an kleinen Scheinen lohnt sich, denn besonders das Riad-Personal, das oft vor Ort wohnt und kleine Familienbetriebe führt, ist darauf wirklich angewiesen. Das ist hier eine persönlichere Angelegenheit als in einer großen internationalen Hotelkette.
Reiseleiter
Wer sich einen Guide für Marokkos Medinas nimmt, besonders für die labyrinthischen Altstädte von Fès und Marrakesch, wo sich zu verlaufen quasi zum Erlebnis dazugehört, sollte am Ende ein Trinkgeld einplanen, und das ist es auch wert, denn ein guter Guide ist wirklich hilfreich, um sich in Gassen zurechtzufinden, die keiner Kartenlogik folgen, die ein Erstbesucher allein durchschauen könnte. Dasselbe gilt für Wüstenguides bei mehrtägigen Touren in die Sahara.
Kurz gesagt
Marokkos gesamter Trinkgeldrhythmus läuft auf kleine, stetige Bargeldbeträge hinaus statt auf eine einzelne große Geste – über den Tag verteilt werden Dirham für Tee, Taxis, Gepäck und Guides gereicht, für sich genommen nichts Dramatisches, aber alles fest erwartet als Teil des hiesigen Serviceablaufs. Haben Sie stets Münzen und kleine Scheine dabei, dann werden Sie nie überrascht.
Sehenswerte Orte
Marokkos Vielfalt, von Gebirgspässen bis zu Wüstendünen, ist ein wichtiger Grund, warum Reisende immer wieder zurückkehren.
Jemaa el-Fnaa, Marrakesch
Der Hauptplatz der Medina von Marrakesch verwandelt sich tagsüber von Orangensaftständen und Schlangenbeschwörern in einen ausufernden Open-Air-Foodmarkt bei Nacht, mit Dutzenden nummerierten Essensständen, die unter Lichterketten Grillfleisch und Schneckensuppe servieren – wirklich einer der lebendigsten öffentlichen Plätze Nordafrikas.
Chefchaouen
Die Bergstadt im Rif, in der fast jedes Gebäude und Treppenhaus in Blautönen gestrichen ist, eine Tradition, deren Ursprung zwischen jüdischen Flüchtlingen und schlichter Mückenabwehr diskutiert wird – ein Bummel durch die Gassen zur goldenen Stunde ist wirklich fotogen, ganz ohne Filter.
Fès el-Bali (die Medina von Fès)
Die größte autofreie Stadtzone der Welt mit über 9.000 engen Gassen umfasst auch die Chouara-Gerberei, wo seit dem 11. Jahrhundert Leder mit denselben Methoden in Steinbottichen gefärbt wird – nehmen Sie Minzblätter für Ihre Nase mit, der Geruch ist wirklich intensiv.
Die Sahara-Dünen bei Merzouga
Das Dünenfeld Erg Chebbi erhebt sich bis zu 150 Meter und bietet das klassische Erlebnis eines nächtlichen Kamelritts in die Wüste, komplett mit einem Berbercamp unter einem Nachthimmel fast ohne Lichtverschmutzung – der Sonnenaufgang über den Dünen ist der eigentliche Grund für die lange Anfahrt.
Reiseplanung
März bis Mai und September bis November sind die besten Reisezeiten für Marokko, denn die Sommerhitze im Landesinneren (besonders in Marrakesch und Fès) übersteigt regelmäßig 40°C, während die Sahara auch außerhalb des Sommers von glühend heißen Tagen zu wirklich kalten Wüstennächten wechseln kann – packen Sie also Schichten ein, wenn Sie einen nächtlichen Kamelritt planen. Bargeld ist in den Medinas und kleineren Städten weiterhin König, wo Kartenterminals unzuverlässig oder schlicht nicht vorhanden sind, also heben Sie in den größeren Städten Dirham am Geldautomaten ab, bevor Sie in abgelegenere Gegenden reisen. Ein Punkt, den man vorher wissen sollte: Feilschen ist in den Souks die Regel, nicht die Ausnahme, betrachten Sie den zuerst genannten Preis also als Ausgangspunkt, nicht als tatsächlichen Preis.
FAQ
Gibt man in Marokko Trinkgeld?
Ja, kleine Bargeldtrinkgelder sind in ganz Marokko üblich, in Restaurants, Cafés, Taxis und Hotels, und werden besonders bei Guides in den Medinas erwartet, wobei die Beträge eher bescheiden ausfallen als einem strengen Prozentsatz zu folgen.
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