Trinkgeld in Ägypten: Die Baksheesh-Kultur, die jeder Reisende verstehen sollte
Immer kleine Scheine dabeihaben – bescheidene Trinkgelder sind fest in die alltägliche Servicekultur eingewoben.
Restaurants
Das Wort Baksheesh begegnet einem in Ägypten ständig und deckt praktisch das gesamte Spektrum kleiner, in den Alltag eingewobener Trinkgelder ab, Restaurants eingeschlossen. Bei einem Sit-down-Essen wird ein bescheidenes Trinkgeld zusätzlich zur Rechnung erwartet, selbst wenn auf der Rechnung bereits eine Servicegebühr steht, denn diese landet oft gar nicht beim eigentlichen Kellner. Es geht weniger darum, einen bestimmten Prozentsatz zu treffen, als um die allgemeine Erwartung, dass ein paar zusätzliche EGP-Scheine einfach zum Ablauf dazugehören.
Cafés und Bars
Sowohl die Ahwas, die traditionellen Kaffeehäuser, in denen Männer bei Shisha und winzigen Tassen türkischen Kaffees Backgammon spielen, als auch die eher westlich geprägten Cafés in Kairo und Luxor folgen derselben Logik kleiner Bargeldtrinkgelder – beim Bezahlen etwas draufzulegen ist üblich und wird tatsächlich erwartet, auch wenn der Betrag selbst bescheiden ausfällt. Hier zählt die Geste mehr als die Summe.
Taxis
Taxis funktionieren in Ägypten etwas anders als in den meisten Ländern, denn die Taxameter sind unzuverlässig oder werden schlicht ignoriert – wichtig ist vor allem, den Fahrpreis vor der Fahrt auszuhandeln. Ein kleines, aufgerundetes Trinkgeld obendrauf ist bei der Ankunft üblich. Fahrdienst-Apps wie Uber und Careem haben das in Kairo deutlich entspannter gemacht, da der Preis schon vor Fahrtbeginn feststeht.
Hotels
Trinkgeld im Hotel wird in Ägypten ständig und in kleinen Beträgen fällig – ein paar EGP für die Zimmerreinigung pro Nacht und ähnlich wenig EGP pro Gepäckstück für den Gepäckträger summieren sich über einen mehrtägigen Aufenthalt, auch wenn jedes einzelne Trinkgeld wirklich gering ist. Da hier so viele Hände an Ihrem Hotelerlebnis beteiligt sind, von der Person, die zusätzliche Handtücher bringt, bis zu der, die den Aufzug bewacht, macht ein Vorrat kleiner Scheine im Zimmer die ganze Sache mühelos.
Reiseleiter
Hier zeigt sich die Baksheesh-Kultur am deutlichsten: Guides, Fahrer und das Personal an den Stätten, das eine bestimmte Grabkammer aufschließt oder in Karnak oder im Tal der Könige auf eine versteckte Hieroglyphe hinweist, erwarten oft schon während des Tages ein kleines Trinkgeld, nicht erst am Ende. Das kann anfangs viel wirken, wenn man es nicht gewohnt ist, aber wenn Sie schon vor dem Aufbruch einen Stapel kleiner Scheine speziell dafür einplanen, macht das Tempel-Hopping deutlich weniger unangenehm.
Kurz gesagt
Ägyptens Trinkgeldkultur ist dicht, aber kleinteilig – Baksheesh bedeutet nahezu ständige, niedrige Bargeldtrinkgelder statt gelegentlicher großer Summen. Die eigentliche Kunst besteht darin, stets einen Vorrat kleiner EGP-Scheine bei sich zu haben. Sobald Sie das als Teil des Tagesrhythmus akzeptieren, fühlt es sich nicht mehr transaktional an, sondern wird einfach zum normalen Ablauf.
Sehenswerte Orte
Ägyptens bekannteste Sehenswürdigkeiten halten, was sie versprechen, und einige davon sind einen ganzen Tag wert.
Die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx
Das letzte erhaltene Weltwunder der Antike liegt erstaunlich nahe am Stadtrand von Kairo – die Große Pyramide war fast 3.800 Jahre lang das höchste von Menschenhand errichtete Bauwerk der Erde, und wer an ihrem Fuß steht, kann die schiere Größe kaum fassen.
Der Karnak-Tempel, Luxor
Der größte je errichtete religiöse Komplex, über rund 2.000 Jahre von Pharaonen erweitert, mit einer Säulenhalle aus 134 imposanten Säulen, die Besucher noch heute genauso den Kopf in den Nacken legen lässt wie vor 3.000 Jahren.
Das Tal der Könige
Eingebettet in die Wüstenhügel gegenüber von Luxor am anderen Nilufer, wurde hier 1922 das nahezu unversehrte Grab Tutanchamuns entdeckt – Dutzende Gräber tragen noch heute leuchtend bunte Wandmalereien, die Jahrtausende unter der Erde überstanden haben.
Abu Simbel
Ramses II. ließ nahe der sudanesischen Grenze zwei kolossale Felsentempel errichten, die in den 1960er-Jahren Block für Block versetzt wurden, um sie vor der Überflutung durch den Assuan-Staudamm zu retten – allein das schiere Ausmaß der vier 20 Meter hohen sitzenden Statuen davor lohnt die lange Reise in den Süden.
Reiseplanung
Oktober bis April ist die deutlich angenehmere Reisezeit für Ägypten, da die Sommertemperaturen in Luxor und Assuan weit über 40°C steigen können und die Besichtigung um die Mittagszeit zur Qual machen. Geldautomaten gibt es reichlich in Kairo, Luxor und den großen Touristengebieten, aber heben Sie zusätzliches Bargeld ab, bevor Sie in abgelegenere Gegenden reisen, und wechseln Sie größere Scheine, wann immer Sie können, denn kleine Scheine sind hier die Währung des Alltags fürs Trinkgeld. Ein weniger offensichtlicher Tipp: Rechnen Sie mit einem ziemlich konstanten Strom an Angeboten, Bitten und inoffiziellen „Guides“ rund um die großen Sehenswürdigkeiten – ein höfliches, bestimmtes „la, shukran“ (nein, danke) wirkt Wunder, ohne unhöflich zu sein.
FAQ
Wie viel Trinkgeld sollte ich in Ägypten geben?
Ägypten lebt von Baksheesh, einer Kultur kleiner, häufiger Bargeldtrinkgelder – rechnen Sie damit, den ganzen Tag über bescheidene EGP-Beträge in Restaurants, Cafés, Hotels und an Sehenswürdigkeiten zu verteilen, statt am Ende ein einziges größeres Trinkgeld zu geben.
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